Tag 30, Hefei – Abschied

Wir verbringen den Vormittag damit, Klamotten zu kaufen. Wobei, korrekt müsste es heißen, Jiangying verbringt den Vormittag damit, Klamotten zu kaufen. Ich halte mich dezent zurück, schwebt doch permanent das Damoklesschwert des 30 kg Limits über mir. Am Mittag trifft sich der engste Kreis der Familie zum Essen, doch die hunrigen Familienmitglieder müssen erest noch eine ganze Weile auf uns warten. Wir sind nämlich versehentlich eine Haltestelle zu früh ausgestiegen und haben uns bei dem Versuch das Restaurant zu finden verlaufen. In den engen Gassen passieren zwar Garküchen, aber keines der Etablissements führt uns auf die Spur zum Restaurant des Cousins. Erst nachdem wir uns durch Hinterhöfe und Hausflure gekämpft haben erreichen wir endlich unser Ziel. (more…)

Tag 29, Hefei – Botanischer Garten

Früh morgens besuchen wir den Jademarkt in Hefei: Wenn man nicht weiss wo er ist, würde man ihn nicht finden. In einem unscheinbaren mehrstöckigen Gebäude, das den Anschein erweckt ein gewöhnlicher Wohnblock zu sein, hat im Atrium und auf den Fluren ein kurioser Flohmarkt sein Zuhause gefunden. Neben Jade und Jade-Imitaten preisen die Händler hier dicht aneinandergereiht und auf dem Fussboden sitzend alles antike, oder einfach nur alte, an. Dass man feilscht wird erwartet, und selbst als Ausländer und wenn man kein Wort veresteht, wird man zugetextet und mit Gesten und Blicken zum Kaufen animiert.
Wir drängen uns durch die schmalen Flure, vorbei an alten Männern, die fachkundig über die Qualität der angebotenen Waren streiten. Vorbei an Frauen, die hinter ihrem – auf Decken ausgebreiteten – Jade und Porzelan sitzen und dabei Aussehen, als sei es ihr einziges Hab und Gut, welches sie hier Woche für Woche ausstellen.
Porzelan zu kaufen erscheint uns in Anbetracht der bevorstehenden Flüge ein wenig zu gewagt, also beschränken wir uns darauf nach Jade Ausschau zu halten. Auch die schweren Holztüren, die man hier erstehen kann, lassen wir aus Gewichtsgründen aussen vor. Leider gelingt es uns nicht den Preis einer Figur eines sitzenden Jade-Buddhas in erträgliche Regionen zu drücken. Bei seinem Anblick nämlich hatte ich sofort an meinen Cousin gedacht, von dem es ein Foto im Kindesalter gibt auf dem er wie ein eben solcher aussieht. Stattdessen kann ich aber meine Jade-Göttin gegen eine grössere austauschen – an die alte hatte ich mich doch schneller gewöhnt als gedacht – und sie war zu klein geworden. (more…)

Tag 26 & Tag 27, Hefei – Business

Am nächsten Morgen reisen wir früh ab und kommen so rechtzeitig zur Mittagszeit in Hefei an. Zum ersten Mal während meines China-aufenthalts führt es mich zu Mc Donalds. Und auch hier zeigen sich Unterschiede zur europäischen Variante. Das Fleisch hat eher die Konsistenz von eben jenem und der Geschmack der Burger an sich ist schärfer und würziger. Nur die Cola und die Pommes schmecken auch hier identisch, wie überall sonst auf der Welt. Preislich gesehen ist Mc Donalds – wie alles andere westliche Essen oder Fast Food realtiv teuer, und man könnte für das Geld auch locker in einem guten Restaurant essen gehen. Trotzdem ist das Fastfood äußerst beliebt und finden sich deren Tempel wie Mc Donalds und KFC auch an jeder zweiten Strassenecke. (Burger King ist mir nicht unter die Augen gekommen). Jiangying bevorzugt dieses Fastfood zwar nicht, hat aber trotzdem (man würde es nicht für möglich halten, wenn man sie so anschaut) eine McDonalds Mitgliedskarte, die Rabatt auf ausgewählte Produkte gibt. Generell bekommt man in fast jedem (Marken)Shop beim ersten Einkauf eine Mitgliedkarte, die einem Prozente auf den nächsten Einkauf gewährt. Fast so schön wie diese komischen Kaufhof Punkte in Deutschland. (more…)