Tag 15, Goodbye Shanghai, hello Hangzhou

Wir verlassen Shanghai am frühen Morgen mit der Bahn. Und sowohl der Shanghaier Bahnhof als auch der Zug gehören zu dem Modernsten, was die öffentlichen Verkehrsmittel so zu bieten haben. Das Konzept der Security Checks und Wartehallen am Bahnhof ist zwar gewöhnungsbedürftig, resultiert aber zumindest in menschenleeren Bahnsteigen. Erst kurz bevor der Zug abfährt, werden alle auf den Bahnsteig gelassen, was in einem “Menschenfluss”, und erstaunlicherweise nicht im Chaos endet. Der Zug bietet eine ungeahnte Beinfreiheit und Comfort und befördert uns in nichteinmal 1,5 Stunden nach Hangzhou. Dort angekommen (more…)

Tag 14 – Shanghai, YuYuan – Yu Garden

Ich bin immer noch auf der Suche nach dem, was Shanghai wirklich ausmacht. Vielleicht finde ich dieses etwas in der Gegend im die “Old town”. Ein wenig abseits von den touristischen Hoehepunkten und Pfaden befinden sich die Behausunge, Gassen und Maerkte, in denen sich die “arme Unterschicht” Shanghais aufhaelt und wohnt. Als wir durch diese lebhaften, engen Gassen streifen, werden wir von den Bewohnern kritisch beauegt und so erhoehen wir das Tempo, um schnell weiter zu kommen. Meine Kamera lasse ich lieber unangetastet, obwohl es mir das Herz bricht diese Motive nicht bannen zu koennen.
Keine hundert Meter weiter hat uns die Zivilisation in all ihrer Bluete wieder. Die “Old Street” ist eine ueberspitzte, nahezu karikierte Disney Version des “klassischen Chinas”, wie man es sich vorstellt (Foto folgt !). Nachbauten traditioneller Gebaeude, die Starbucks und Mc Donalds beherbergen. Souvenirgeschaefte und “Fake-Watch”-Verkaeufer. Zum Glueck befinder sich hier jedoch auch der Yu Garden, ein alter privat angelegter Garten, in dem wir einige Stunden verbringen. (more…)

Tag 13 – Shanghai, French Quarter

Das Viertel, in dem die Franzosen lange Zeit Shanghai in Beschlag nahmen, versetzt mich geistig doch tatsaechlich wieder nach Europa zurueck. er laissez faire Gedanke ergreift Besitz von mir und meine Lust die Gegend zu erkunden verschwindet schlagartig. Wir laufen also nur kurz durch die Strassen, vorbei an Villen und Haeusern im europaeischen Stil. Wir lassen uns nach einer kurzen Besichtigung eben jener in einem friedlich aussehenden Park nieder und geniessen das Nichtstun. Wobei sich das schwieriger gestaltet als es sich anhoert: In jedem Park patrouliert naemlich ein Waechter in Uniform der fuer Recht und Ordnung sorgt. Und zur Ordnung gehoert eben auch, dass man sich bloss nicht ins Grass setzt, sondern nur auf die dafuer vorgesehenen Baenke.
Am Abend treffen wir die altebekannten Freunde wieder. Zusaetzlich jedoch (more…)

Tag 12 – Shanghai, Classical Sights

Immer noch kaltes und schlechtes Wetter: Schlendern durch die Nianjing Road, der Einkaufsmeile Shanghais. Hier tauchen sie wieder auf: Die Haendler, die einem DVDs und Fake Watches andrehen wollen. Unbeeindruckt lassen wir sie links liegen. Nur im Underground Market erstehen wir ein paar Souvenirs und ich kaufe mir etwas, was ich schon lange mal haben wollte: Eine Holz-Zeichen-Modell-Puppe.
Der Bund und die Pudong Skyline sind bei Tag, und dazu noch bei schlechtem Wetter, mur maessig beeindruckend. Also folgen wir der Lonely Planet Tour durch die Strassen “beyond the bund”, machen kurz rast und kehren im Abendgrauen zurueck zum Bund. Schon beeindruckender.

Das Abendessen ist exquisit – noch nie (!) habe ich so gute Leber auf Toast gegessen. Wobei mir ein Raetsel ist, wie ein solches Gericht auf die Speisekarte eines chinessischen Restaurants, geschweige den auf meinen Teller kommen konnte…

Tag 11 – Shanghai, Kultur

Das Regenwetter haelt an, und so nutzen wir die Zeit fuer unsere Konsulatsbesuche. Dabei laesst sich nur festhalten: Das deutsche Konsulat in China unterscheidet sich nicht grossartig vom chinesischen Konsulat in Deutschland, oder von sonst irgendeinem Amt. Nummer ziehen, warten bis man aufgerufen wird, vortreten, vorsprechen, von dannen ziehen.
Wir ziehen weiter ins “Shanghai Museum”, und Lonely Planet hat Recht: exzelente Spot-Beleuchtung (siehe Foto) und auch von den Exponaten her durchaus sehenswert. Da das Wetter auch nach unserem Museumsaufenthalt wirklich unter aller Sau ist, legen wir alle weiteren Aktivitaeten auf Eis und suchen Zuflucht im McDonalds. Selbst hier und nach 10 Tagen chinesischem Essen verspuere ich nicht die geringeste Lust auf westliche Geschaecke oder auf Fast Food. Also sitzen wir am leeren Tisch und warten auf besseres Wetter. So kommen wir auch ins Gespraech mit einem amerikansichen Expat am Nachbartisch. Er berichtet ueber das Leben hier, ueber den Job und darueber chinesisch zu lernen. Auch das bestaerkt mich wieder in meinem Vorhaben chinesisch zu lernen. (more…)

Tag 10 – Shanghai, Tücken des Verkehrs

Shanghai empfaengt uns nicht gerade sehr freundlich. Kuehler als in Beijing, Regen und starker Wind. So hatte ich mir das nicht vorgestellt, zumal Shanghai wesentlich weiter suedlich liegt.
Ein Schulfreund Jiangyings holt uns vom – etwas altmodisch wirkenden – Flughafen ab. Mit seinem ganzen Stolz, einem niegel nagel neuen Auto… Das sollte ihm spaeter an diesem Tag noch zum Verhaengnis werden.
Unser Hotel ist strategisch optimal gelegen, auf halber Hoehe zwischen Peoples Square und Bund, genau im Zentrum der Stadt. Demensprechend schwer hat es unser Chauffeur durch die verzweigten und verstopften Strassen der Innenstadt zu manoevrieren. Auch als wir endlich unser Ziel erreicht haben, bleibt fuer ihn nur wenig Zeit fuer eine kurze Pause. Wir checken ein, laden unser Gepaeck ab, und brechen sogleich auf zur Verabredung fuer den Abend. Der Schulfreund hat uns – und einige weitere alte Freunde – zum Abendessen eingeladen. Als wuerde sich der Weg zum Restaurantauf der anderen Seite der Stadt nicht soweiso schon schwer genug gestalten, wird er auch noch von einem Polizisten auf die Seite gewunken. Sein temporaeres Nummernschild des Neuwagens ist abgelaufen und da hilft auch alles Diskutieren nicht: Er muss Strafe zahlen und kasiert 6 Punkte im chinesischen Flensburg. Keine 100 m weiter wird er wieder rausgewunken. Dass er nochmals fuer sein fehlendes Nummernschild belangt wird, kann er nach einiger Diskussion abwenden. Doch auch auf der Busspur fahren wird mit einem Busgeld geahndet.
Das Abendessen gestaltet sich aehnlich wie in Beijing, foerdert aber drei weitere Erkenntnisse zu Tage:
a) Jiangying isst doch ziemlich gerne Fleisch. Allerdings nur, wenn es sich um Innereien, Fuesse oder Zungen handelt. Dann naemlich stapeln sich ganze Berge von Knochen auf Ihrem Teller.
b) In einigen teuren Restaurants waehlt man das Essen nicht anhand einer schnoeden Speisekarte, sondern in einem – ich nennen es einmal – Speise-auswahl-zimmer. Dort sind alle Gerichte lebensecht ausgestellt. Man laeuft durch den Raum und deutet dem hinter einem her laufenden Kellner an, was er spaeter kredenzen soll.
c) Die letzt U-Bahn von Pudong in Richtung Zentrum faehrt um 21:15. Komt man, wie wir, auch nur eine Minute zu spaet, wird man freundlich, aber bestimmt vom Bahnpersonal wieder aus der Station komplementiert.
Wir nehemn also gezwungenermassen den Bus. Auch in Shanghai ist es wie in Beijing, unmoeglich den Fahrplan auch nur annaehrend zu entziffern. Abfahrzeiten findet man selbst wenn man der Sprache maechtig ist aus Prinzip nicht auf dem Plan. Das wir das Fahrkartengeld nicht passend haben, muessen wir bei den zusteigenden Fahrgaesten Wechselgeld einsammeln. Bloed nur, dass nieman zusteigt…