Einige wichtige Ereignisse in China 2015

Was passierte 2015 wichtiges in China? Und welche Regelungen wurden geändert oder eingeführt?

Ein Überblick:

1. Zwei Kinder für alle Paare

China erlaubt allen Paaren zwei Kinder, was im Spätoktober angekündigt wurde, und schafft somit seine jahrzehntelange Ein-Kind-Regelung ab. Diese Änderung wurde mit der Absicht eingeführt, die Bevölkerungsentwicklung auszubalancieren und adressiert das Problem einer alternden Bevölkerung.

Durch die neue Regelung können Paare mit zwei Kindern in den Genuss eines längeren Mutterschaftsurlaubes kommen und mehr als zwei Kinder haben.
Dagegen fallen die Möglichkeiten für längere Hochzeits- und Mutterschutz-Abwesenheiten weg, die aktuell von Paaren , die später heiraten oder spät Kinder haben, in Anspruch genommen werden können. Genauso wie die Vergünstigungen für Paare, die aus freien Stücken nur ein Kind haben möchten.

2. AIIB nimmt ihren Betrieb auf

Die Asiatische Infrastruktur Investment Bank, die durch China aufgestellte erste internationale finanzwirtschaftliche Einrichtung, wurde im Dezember 2015 formal gegründet.

Die AIIB fokussiert sich hauptsächlich auf die Unterstützung von infrastrukturellen Projekten in der asiatisch-pazifischen Region, womit China versucht, seine wirtschaftlichen Beziehungen zu benachbarten Volkswirtschaften zu stärken.

Die Bank hat die Zustimmung von 17 Ländern, einschließlich China, Australien, dem Vereinigten Königreich, Südkorea und Deutschland, gesammelt.

3. Achterbahnfahrt des Aktienmarktes

Der A-Aktienmarkt war nach der Verstärkung der Hebelwirkung durch den Marktregulierer von Juni bis August 2015 in freiem Fall.
Fonds gerieten in Panik, ein Ausverkauf folgte, und selbst der globale Markt, besorgt über die Abkühlung der zweitgrößten Volkswirtschaft, erzitterte.

Der Shanghai Stock Exchange Composite Index (SSE) crashte in weniger als zwei Monaten um 45%. Die Schlappe verminderte den Marktwert um 5 Billionen und veranlasste den Marktregulierer zu einer beispiellosen Rettungsaktion.

4. Tu erhält Chinas ersten Nobelpreis in Medizin

Die chinesische Wissenschaftlerin Tu Youyou wurde für ihren Beitrag im Kampf gegen Malaria mit dem Nobelpreis in Medizin ausgezeichnet. Die 84-jährige gewann den Preis für ihre Arbeit, welche die Anwendung von Artemisinin zur Behandlung von Malaria vorsieht, eine traditionelle chinesische Kräuterbehandlung. Sie wurde damit zur ersten chinesischen Nobelpreisträgerin.
In den später 1960er Jahren, begann Tu mit der Leitung eines Regierungsprojektes, welches die Ausrottung von Malaria zum Ziel hatte. Um eine neue Behandlung für den Kampf gg. diese Krankheit zu finden, durchforsteten Tu und ihre Kollegen viele altertümliche Medizinbücher und rasterten 2.000 Rezepturen, bevor sie Artemisinin vom süßen Wermut, einem traditionellen chinesischen Kraut, extrahierten.

Die Auszeichnung eröffnete eine neue Debatte über traditionelle chinesische Medizin, und erinnert uns daran, dass moderne medizinische Wissenschaft von der Inspiration aus jeder erdenklichen Quelle, abhängt.

5. Fünfte Vollversammlung der Kommunistischen Partei Chinas (CPC)

China ist dabei, seinen 13. Fünf-Jahres Plan ab 2016, aufzubauen. Ein Plan, der während der fünften Vollversammlung der CPC, vom 26. bis 29. Oktober vorgeschlagen und angenommen wurde.

Der Plan verändert Chinas Fokus in Bezug auf Ziele für zunehmende Energieproduktion und Verbesserung seiner Energieversorgungsinfrastruktur mit Wind-, Solarkraft, Erdölexploration und die Zwei-Kind-Politik

6. Xi-Ma-Treffen

Präsident Xi Jinping und Taiwans Regierungschef Ma Ying-jeou trafen sich zu einem persönlichen Gespräch in Singapur am 7. November.

Es ist das erste Treffen der Regierungschefs beider Seiten der Meerenge nach 66 Jahren, seit 1949, welches als ein Meilenstein für gegenseitige Beziehungen und als ein Durchbruch für den politischen Austausch, bejubelt wurde.

Es gab weltweit viel Beachtung, dennoch wurde nicht erwartet, dass irgendwelche Vereinbarungen oder gemeinsame amtliche Verlautbarungen unterzeichnet werden, aber es fand ein reiner Austausch von Sichtweisen bzgl. friedlicher Entwicklung von gegenseitigen Beziehungen, statt.

7. Erhöhung des Renteneinstiegalters

Das 13. Fünf-Jahres-Plan (2016-2020) sieht einen progressiven Anstieg des Renteneinstiegalters vor, um den Druck auf die Landespensionskasse zu reduzieren und dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken.

Am 20. November teilte das Ministerium für Arbeit und Soziales mit, dass das Renteneinstiegalter in kleinen progressiven Schritten angehoben wird. Die Behörde wird das Renteneinstiegsalter jedes Jahr um mehrere Monat erhöhen.

China sollte die Zusammenführung seiner beiden Rentensystem in 2017 abgeschlossen haben. Ab 2018 wird das Renteneinstiegsalter für Frauen alle drei Jahre, das für Männer alle sechs Jahre um ein Jahr angehoben. Das bedeutet, dass 2045 das Renteneinstiegsalter für beide, Männer und Frauen, bei 65 Jahren liegen wird.

8. Neue Pläne gegen Wasserverschmutzung

China verabschiedete den Aktionsplan zur Prävention und Kontrolle von Wasserverschmutzung am 16. April, um die starke Wasserverschmutzung zu bewältigen. Er hat zum Ziel die Regierungsanstrengungen zur Reduktion von Emissionen der Verschmutzer zu intensivieren, und die natürlichen Ressourcen zu schonen.

Der Plan spricht davon, dass 70 Prozent des in den sieben größten Flüssen des Landes, einschließlich Yangtze und Gelber Fluss, befindlichen Wassers ab dem Jahre 2020 sich in einem guten Zustand befinden soll. Dieser Wert soll sich bis 2030 auf 75 Prozent verbessern.

Der Anteil an „schwarzen und stinkenden Wasser“ in städtischen Gebieten wird bis 2020 auf zehn Prozent reduziert, und bis 2030 weitgehend verschwinden.

9. Sonderziehungsrecht (SDR)

Am 30. November beschloss der Internationale Währungsfond (IWF) den chinesischen Yuan zum 01. Oktober 2016 als fünfte Währung in seinen Währungskorb aufzunehmen, und macht damit China zum ersten Schwellenland, welches nach der Bretton-Wood-Epoche der Gruppe beitritt.

China ist nach den USA die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt seit 2013, die größte Handelsnation, und der Yuan ist die zweitgrößte Handelswährung bzgl. der Kapitalschaffung.
Viele Länder und Regionen haben den Yuan als Reservewährung gewählt. Die Aufnahme des Yuan in den SDR wird seine Internationalisierung verbessern, den Repräsentationsgrad und die Stabilität des SDR erhöhen. Auch wird es den Druck eines starken Dollars auf die verarbeitende Industrie der USA erhöhen. Ebenso ist es ein Erfolg für Chinas Kampagne um Anerkennung als globale Wirtschaftsmacht.

Die Anstrengungen, den Yuan in den Währungskorb des IWF aufnehmen zu lassen, haben China in Richtung finanzieller Reformen bewegt. Dies wird weitreichende Auswirkung auf Chinas Wirtschaft und die der ganzen Welt haben. Die Bedeutung des Ereignisses könnte der Aufnahme Chinas in die Welthandelsorganisation (WTO) im Jahre 2001, gleichbedeutend sein.

10. China startet seinen ersten „Dunkle Materie“-Satelliten

China startete am 17. Dezember erfolgreich seinen ersten „Dunkle Materie“-Satelliten von der Startbasis, in der nordwestlich gelegenen Provinz Gansu. Der Satellite mit dem Spitznamen „Wukong“ wurde nach dem heldenhaften König der Affen aus dem chinesischen klassischen Roman „Die Reise nach Westen“ benannt.

Entwickelt als eine ein Kubikmeter umfassende, 1,9 Tonnen schwere Box, mit vier Messköpfen ausgestattet, wird „Wukong“ in den nächsten drei Jahren nach schwarzer Materie suchen. Schwarze Materie ist eine theoretische Form von Materie, von der man annimmt, dass diese einen sehr großen Teil es Kosmos ausmacht, und der Schlüssel zum Verständnis von Phänomenen, welche nicht mit der gegenwärtig Physik erklärt werden können.

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